Behindertenbeauftragter bei FDP Bad Vilbel: „Prassel soll bleiben!“

Behindertenbeauftragter bei FDP Bad Vilbel: „Prassel soll bleiben!“
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „FDP vor Ort“ hat städtische Behindertenbeauftragte Hajo Prassel die Freien Demokraten in Bad Vilbel besucht. Prassel übt sein Amt mittlerweile seit zweieinhalb Jahren aus, wird die Stadt Bad Vilbel allerdings 2019 verlassen. Mit Blick auf seinen Wegzug im kommenden Jahr forderte der Fraktionschef der FDP im Stadtparlament Dr. h. c. Jörg-Uwe Hahn, ihm eine weitere Beschäftigung auch aus der Ferne zu ermöglichen: „Wie kein zweiter ist Hajo Prassel für die Rolle als Behindertenbeauftragter aufgrund seiner Erfahrungen, aber auch seiner Ausbildung geeignet. Die Menschen nutzen das Angebot, sein Wirken ist spürbar. Als erste im Wetteraukreis haben wir Bad Vilbeler den Schritt nach vorne gemacht und das Amt eingeführt. Eine weitere Maßnahme für mehr Barrierefreiheit muss jetzt sein, unabhängig vom Wohnort die Expertise Prassels nutzbar zu machen.“ Weil die Satzung der Stadt an der Stelle einen gewissen Interpretationsraum lasse, hält Hahn die Weiterbeschäftigung für umsetzbar. „Wir Liberale sind auch bereit, für die Zukunft die Satzung zu ändern.“
In seinem Vortrag gewährte Prassel Einblicke in die Bad Vilbeler Bevölkerungsstruktur. „Es gibt in der Stadt 5145 Menschen mit Behinderung“. Darunter machten den größten Anteil mit 1176 Personen die Gehbehinderten aus. Von diesen 1176 Menschen sei die Mehrzahl, knapp 800 Personen, auf eine Begleitperson angewiesen. „Die Vorstellung, dass es sich nur um eine kleine Gruppe handle, ist offensichtlich falsch. Behinderte machen einen nicht kleinen Teil der Gesellschaft aus, hier in Bad Vilbel mehr als 15 Prozent“, so Prassel weiter. Aufgrund einer großen Dunkelziffer sei die Zahl wohl noch höher. Das Geschlechterverhältnis sei in Bad Vilbel weitestgehend ausgeglichen, mit 511 Personen besitze jeder zehnte Behinderte keine deutsche Staatsbürgerschaft.
„Meine Hauptaufgabe liegt darin Barrieren abzubauen“, erklärte Prassel. Er wies auch auf die besonderen Hürden hin, denen Behinderte im Internet begegneten. Nicht überall seien Untertitel verfügbar, Schriftgrößen anpassbar und Texte mit einer Vorlesefunktion versehen. Die anwesenden Freien Demokraten forderten daraufhin im ersten Schritt eine Anpassung der städtischen Online-Dokumente an die Bedürfnisse Sehbehinderter, so Parteichef Thomas Reimann.
Im Anschluss an den Vortrag moderierte Hahn eine angeregte Diskussion. Darin beteiligte sich auch die Bad Vilbeler FDP-Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn, die Prassel für seine kommunale Arbeit ihre eigenen Büroräume im Rathaus bereitgestellt hat. Im Mittelpunkt stand die Schaffung barrierefreien und behindertengerechten Wohnraums